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Real Life Report: Sie entkam dem Tod

Aktualisiert: 22. Aug.

Zwei Herzstillstände, Wiederbelebung, Defibrillator, Transplantation … Tamaras Herz hat aufgegeben, die 28-Jährige nicht! Im Interview mit INSIDE-Redakteurin Nadine Weinands erzählt sie von ihrem Kampf zurück ins Leben und ihrem Wunsch, mehr über den Menschen zu erfahren, der ihr ein neues Herz und eine zweite Chance schenkte.

"IN MEINER BRUST SCHLÄGT MEINE ZWEITE CHANCE!"


Als Tamara 2018 auf dem Ergometer im Fitnessstudio mit einem Herzstillstand zusammenbricht und wiederbelebt werden muss, beginnt ein vier Jahre langes Martyrium mit unzähligen Klinikaufenthalten, Fehldiagnosen, einem implantierten Defibrillator und einem weiteren Herzstillstand. Schließlich erfährt Tamara die wahre Ursache ihres Herzleidens: Ein Gendefekt, auf den sie jahrelang kein Arzt testete. Am Ende bleibt nur eine Möglichkeit: Tamara braucht ein neues Herz!


INSIDE: Deine Geschichte klingt nach einer Odyssee und medizinischer Planlosigkeit … Tamara: Leider ja. Kurz und knapp gesagt lief vieles nicht optimal. Der Gentest wurde z. B. erst veranlasst, nachdem ich schon unzählige Klinikaufenthalte und OPs hinter mir hatte. Hätte man früher von meinem Gendefekt gewusst, hätte ich zumindest mit dem Sport aufgehört. Der begünstigt nämlich den Verlauf. So oder so hätte es aber nichts geändert: Ich brauchte ein neues Herz. Was für ein Schock …

Und am Ende meine einzige Chance! Deshalb war ich unendlich erleichtert, als ich endlich auf der „High Urgency“-Liste für dringende Transplantationen gelandet bin. Und dann hieß es warten … Genau. Aber leider nicht zu Hause. Im Gegensatz zu anderen Organen muss man bei einem neuen Herz die komplette Wartezeit in der Klinik verbringen, weil es ohne dauerhafte medizinische Versorgung lebensgefährlich werden könnte. Ich durfte mir maximal auf dem Flur die Beine vertreten.

Wie lange wartet man auf ein Herz? Es gibt ja bekanntermaßen viel zu wenig Spenderorgane.

Die Wartezeiten liegen aktuell bei 4–6 Monaten. Ich hatte aber extremes Glück – Schon nach 33 Tagen war es so weit!

Wie wurde dir die Nachricht überbracht? Das war am 1. August 2021 um 0.30 Uhr. Ich habe telefoniert als plötzlich eine Ärztin im Zimmer stand und meinte: „Frau Schwab, es geht los. Ihr neues Herz ist da!“ Mir ist der Hintern auf Grundeis gegangen, ich habe am ganzen Körper gezittert und konnte es nicht fassen.

Hattest du Angst vor dem Eingriff?

Natürlich! Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt gezweifelt. Ich hatte in der ganzen Zeit so extrem viel Glück, dass ich überzeugt war: Am Ende wird alles gut. Und so war es auch!

Woran erinnerst du dich als Erstes nach der OP?

Ich war vollgepumpt mit Narkosemitteln und kann mich nur an sehr wenig erinnern. Ich weiß aber noch, dass jemand neben mir stand und meinte: „Tamara, erkennst du mich?“ Ich hatte keinen Schimmer, es stellte sich dann aber heraus, dass es Dominik war – einer der Jungs, die mir 2018 im Fitnessstudio das Leben gerettet haben. Er war damals Medizinstudent und arbeitet mittlerweile in der Klinik, in der ich transplantiert wurde. Ein unglaublicher Zufall und soo bewegend!

Wie hast du dich körperlich gefühlt?

In den ersten Tagen wie eine überfahrene Marionette auf Drogen, ehrlich gesagt! Sechs Tage nach der OP durfte ich aufstehen. Das war unfassbar anstrengend, wurde aber von Tag zu Tag besser. Die Ärzte meinten, ich sei in Rekordzeit wieder fit geworden.

Spürst du, dass dein neues Herz ein fremdes ist? Ich sage immer: Mein Herz und ich befinden uns noch in der Kennenlernphase. Anfangs war es komisch, aber natürlich total schön, wie stark und regelmäßig es in meiner Brust schlägt. Das kannte ich ja von meinem„alten“ Herz nicht.

Weißt du etwas über den Spender?

Leider nein. In Deutschland ist das nicht erlaubt. Ich kann nur einen anonymen Brief schreiben und hoffen, dass von den Angehörigen etwas zurückkommt. Es wäre mir so wichtig, zu wissen, für was mein neues Herz vorher geschlagen hat und wer mein Spender war. Es würde mir helfen, mein Herz besser kennenzulernen!

Ein neues Herz „hält“ im Schnitt 10 Jahre. Macht dir der Gedanke Angst?

Nein. Ich bin durch und durch Optimist und werde alles tun, um mein Herz zu hegen und zu pflegen. Zudem habe ich vor wenigen Wochen ­Simon kennenlernen dürfen. Ihm wurde von 28 (!) Jahren ein neues Herz transplantiert. Er ist quasi mein Vorbild! Seine Geschichte schenkt mir unfassbar große Hoffnung und Lebensenergie! Denn: wenn er das kann, kann ich das auch …

 

INSIDE BUCH-TIPP

In ihrem Buch „Mein Speed-Dating mit dem Tod“ nimmt Tamara uns mit auf ihre Reise und zeigt, wie kostbar das Leben ist, wie wichtig Optimismus und das Thema Organspende sind!


Instagram: @its.tamara.schwab

Website: www.tamaraschwab.com


Fotos: Privat



 

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