Der Film, über den alle sprechen: Kinohit „Die Odyssee“ – wird der Blockbuster den Erwartungen und dem Hype gerecht?
Die Odyssee legte einen Traumstart an den Kinokassen hin: Bereits am ersten Wochenende spielte das Fantasy-Abenteuer weltweit mehr als 264 Millionen Dollar ein. INSIDE-Volontärin Nele Gottschalk hat sich direkt zum Kinostart in eine Welt voller Götter, Monster und Helden entführen lassen und verrät, warum sie den Hype größtenteils nachvollziehen kann.
Die Odyssee punktet mit Hollywood-Starpower
Matt Damon, Tom Holland, Zendaya, Anne Hathaway, Charlize Theron und Robert Pattinson – allein dieser Star-Cast macht Die Odyssee wohl zu einem DER Filme des Jahres. Die Erwartungen waren entsprechend riesig. Erst recht, wenn mit Christopher Nolan (Interstellar, Oppenheimer) einer der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods am Werk ist. Nach meinem Kinobesuch bin ich auf einige Kritiken gestoßen, die den Film als stellenweise zäh oder langatmig beschreiben. Ich persönlich habe den Kinosaal allerdings begeistert verlassen. Dazu aber später mehr!
Ein bisschen wie Findet Nemo… nur mit mehr Schwertern
Ganz vereinfacht (und mit einem Augenzwinkern) erinnert mich die Geschichte tatsächlich ein kleines bisschen an Findet Nemo. Vater sucht Sohn, Sohn sucht Vater und auf dem Weg zueinander lauern jede Menge Gefahren. Nach dem Trojanischen Krieg gilt Odysseus, der König von Ithaka (Matt Damon) jahrelang als verschollen. Während sein Sohn Telemachos (Tom Holland) alles daransetzt, seinen Vater zu finden, wird Odysseus von einer Nymphe festgehalten, die ihm sogar seine Erinnerungen nimmt. Zuhause wartet seine Frau Penelope (Anne Hathaway) sehnsüchtig auf seine Rückkehr. Gleichzeitig haben sich zahlreiche Freier in ihrem Palast eingenistet und drängen sie dazu, endlich einen neuen Ehemann zu erwählen. Natürlich darf auch eine ordentliche Intrige nicht fehlen. Und mit Robert Pattinsons Figur Antinoos ist auch ein echter „falscher Fuffziger“ dabei – so tauften meine beste Freundin und ich ihn jedenfalls schon nach wenigen Minuten. Genau diese Intrige spitzt sich immer weiter zu und trägt dazu bei, dass Die Odyssee für mich trotz seiner knapp drei Stunden spannend bleibt. Der Film braucht zwar eine Weile, bis er richtig Fahrt aufnimmt, belohnt die Geduld am Ende aber mit einem emotionalen, actionreichen und überraschenden Finale, das mich persönlich komplett abgeholt hat.
Ein paar Schwächen, aber ein großes Kinoerlebnis
Ein wenig Vorwissen über die griechische Mythologie ist beim Schauen durchaus von Vorteil. Christopher Nolan setzt dieses nämlich weitgehend voraus und hält sich mit Erklärungen eher zurück. Mir reichte allerdings schon mein Wissen aus den Percy Jackson-Filmen, um Dinge wie beispielsweise die Bedeutung der Lotusblüten einordnen zu können. Zwei kleine Kritikpunkte habe ich aber doch noch. Zum einen schlägt der Film an zwei Stellen kurz eine überraschend düstere Horror-Richtung ein. Vielleicht bin ich etwas zartbesaitet, aber ich hätte nicht unbedingt sehen müssen, wie der Zyklop genüsslich an den Kriegern knabbert. Zum anderen bleiben einige Figuren – vor allem die weiblichen – etwas im Hintergrund. Gerade bei einem Cast mit Stars wie Zendaya und Anne Hathaway hätten ihre Rollen gerne noch etwas mehr Tiefe und Präsenz haben dürfen. Trotzdem überwiegt für mich ganz klar das Positive. Die Odyssee ist visuell überwältigend, packend erzählt und krönt die Geschichte mit einem echt mitreißenden Finale. Für mich definitiv ein Kino-Highlight.
