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"Wir sind entsetzt!" – 250 Promi-Frauen solidarisieren sich mit Collien Fernandes & stellen Forderungen
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„Wir sind entsetzt!“ – Solidarität mit Collien Fernandes: Diese 250 Promi-Frauen stellen Forderungen

  • PublishedMärz 24, 2026

Nach den schweren Vorwürfen von Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) wird der Rückhalt immer größer – und prominenter. Mehr als 250 Frauen aus Kultur, Politik und Wirtschaft stellen sich jetzt öffentlich an ihre Seite. In einem gemeinsamen Statement machen sie klar, wie sehr sie die geschilderten Erlebnisse erschüttern. „Wir sind über 250 Frauen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Wir sind entsetzt über die abscheuliche Gewalt, die Collien Fernandes öffentlich gemacht hat. Wir stehen in Solidarität an ihrer Seite und bewundern ihren Mut“, heißt es in dem viel beachteten Post. Eine klare Botschaft und ein starkes Zeichen der Geschlossenheit.

Diese prominenten Frauen solidarisieren sich mit Collien Fernandes

Die Liste der Unterstützerinnen liest sich wie ein Who is who der deutschen Promi- und Polit-Szene: Musikerin Nina Chuba (27), Klimaaktivistin Luisa Neubauer (29) und Politikerin Ricarda Lang (32) gehören ebenso dazu wie Bärbel Bas (57) und Franziska Brantner (46). Auch aus der Unterhaltungsbranche kommt starke Unterstützung: Carolin Kebekus (45), Maria Furtwängler (59) und Annette Frier (52) haben sich angeschlossen. Gemeinsam senden sie ein deutliches Signal: Das Thema betrifft alle und darf nicht länger ignoriert werden.

Prominenter Support: Nina Chuba, Carolin Kebekus, Maria Furtwaengler und Annette Frier stehen hinter Collien Fernandes.
Prominenter Support: Nina Chuba, Carolin Kebekus, Maria Furtwaengler und Annette Frier stehen hinter Collien Fernandes. Copyright: IMAGO/dts Nachrichtenagentur , IMAGO/Future Image/W. Randerath , IMAGO/Marja , IMAGO/BREUEL-BILD

Hintergrund: Warum der Fall Collien Fernandes so viele bewegt

Der Fall hat in den vergangenen Woche eine Welle der Betroffenheit ausgelöst – weit über die Promi-Welt hinaus. Viele Frauen erkennen sich in den Schilderungen wieder oder sehen darin ein Symptom eines größeren Problems. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Gewalt oft im Verborgenen bleibt, Betroffenen nicht geglaubt wird oder rechtliche Hürden Täter schützen. Besonders digitale Formen sexualisierter Gewalt stehen aktuell im Fokus. Der Fall von Collien Fernandes wirkt damit wie ein Weckruf – für Gesellschaft und Politik gleichermaßen.

10 Forderungen an die Politik: Das wollen die Unterstützerinnen jetzt erreichen

Neben der Solidarität bleibt es nicht bei Worten: Die mehr als 250 Frauen haben einen klaren Forderungskatalog vorgelegt. In insgesamt zehn Punkten verlangen sie von der Bundesregierung konsequenten Schutz vor männlicher und digitaler sexualisierter Gewalt. Dazu zählen unter anderem strengere Gesetze, eine bessere Strafverfolgung und konkrete Maßnahmen gegen neue Formen wie Deepfakes. Ziel sei es, bestehende Lücken zu schließen und Betroffene besser zu schützen. Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: Der Fall Collien Fernandes soll nicht folgenlos bleiben – sondern echte Veränderungen anstoßen.

Auch in der Bevölkerung ist die Solidarität groß. Hier bei einer Demonstration gegen sexualisierte digitale Gewalt in Berlin.
Auch in der Bevölkerung ist die Solidarität groß. Hier bei einer Demonstration gegen sexualisierte digitale Gewalt in Berlin. Copyright: IMAGO / Christian Ender

Das sind die zehn Forderungen:

Initiiert von Kristina Lunz, Ricarda Lang, Düzen Tekkal fordern die 250 Erstunterzeichnerinnen folgende Punkte:

  1. Strafbarkeit von Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes sowie konsequente Plattformregulierung
    Strafbarkeit von Herstellung und Verbreitung nicht-einvernehmlicher sexualisierter Deepfakes; Verbot von Nudify-Apps, sowie Entfernung von Face-Swap Apps, mit denen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes hergestellt werden können, aus App Stores; konsequente und zügige Durchsetzung bestehender EU-Regulierung (insbesondere Digital Services Act und AI Act); Ausbau von Beratungsstellen sowie Prävention und Aufklärung, insbesondere an Schulen.
  2. Einführung eines digitalen Gewaltschutzgesetzes mit wirksamen Betroffenenrechten
    Rechtsansprüche auf schnelle Löschung, Auskunft gegenüber Plattformen, Identifizierung der Täter sowie Schadensersatz und Account-Sperrung. Schließung bestehender Strafverfolgungslücken, sodass digitale Gewalt auch dann strafrechtlich verfolgt werden kann, wenn Täter sich durch Abmeldung oder Aufenthalt im Ausland der Strafverfolgung entziehen.
  3. „Ja heißt Ja“ konsequent im Sexualstrafrecht verankern
    Klare gesetzliche Festschreibung, dass jede sexuelle Handlung ohne ausdrückliche Einwilligung strafbar ist, sowie opferschutzorientierte Anwendung in der Praxis.
  4. Nationale Strategie zur Bekämpfung männlicher Gewalt
    Verpflichtende bundesweite Gesamtstrategie mit zentraler Koordinierungsstelle, klaren Zielen und dauerhafter Finanzierung. Stärkung von Opferrechten im Einklang mit der Richtline zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt.
  5. Spezialisierte Justiz, Polizei, Schutzstrukturen und verbindliches Monitoring
    Einführung spezialisierter Gerichte und Staatsanwaltschaften (wie in Spanien), bundesweit verpflichtende Spezialisierung und Schulung von Polizeibehörden, Ausbau von Schutzmaßnahmen für Betroffene sowie bundesweit einheitliche Datenerhebung, Monitoring und jährliche Berichterstattung zu männlicher und digitaler Gewalt.
  6. Klare Regulierungspflichten für Plattformen
    Verpflichtung zur schnellen Entfernung sexualisierter Deepfakes, Transparenzpflichten und Sanktionen bei Untätigkeit. Konsequente Durchsetzung der Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Gewalt im Rahmen der Bewertung und Minimierung von Risiken.
  7. Einführung eines Straftatbestands „Femizid“ im Strafgesetzbuch
    Einführung eines eigenständigen Straftatbestands, der geschlechtsspezifische Tötungen von Frauen ausdrücklich erfasst und als solche sanktioniert.
  8. Konsequente Umsetzung internationaler Verpflichtungen
    Vollständige und wirksame Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie der Empfehlungen internationaler Kontrollgremien.
  9. Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung voyeuristischer Aufnahmen
    Einführung eines Straftatbestands für die Erstellung und Verbreitung voyeuristischer Aufnahmen und heimlicher Nacktaufnahmen, auch in halböffentlichen Räumen wie Saunen und Duschen.
  10. Sofortige Einberufung eines Treffens mit der Bundesregierung
    Einberufung eines kurzfristigen Treffens mit Vertreter:innen der Bundesregierung zur Besprechung und Umsetzung dieses Forderungskatalogs.

Was denkt ihr über die Forderungen?
Written By
Selina Happe