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"Was wir machen, hat nie Konsequenzen" – 10 Jahre bei Daily-Soap “Unter uns” – so viel Bösewicht steckt wirklich in Jens Hajek!
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„Was wir machen, hat nie Konsequenzen“ – 10 Jahre bei Daily-Soap „Unter uns“ – so viel Bösewicht steckt wirklich in Jens Hajek!

  • PublishedMärz 24, 2026

In der Schillerallee gibt es Grund zu Feiern! Jens Hajek (58), der den Bauunternehmer Benedikt Huber portraitiert, feiert 10-jähriges Jubiläum! Grund genug, einen Blick zurück zu werfen: Auf die Anfänge bei Unter uns, seine Beziehung zu seiner Rolle und warum das Drama und das „böse sein“ manchmal genau das sind, was den Beruf des Schauspielers so interessant machen.

Zwischen Schusswechseln und Wachkoma

INSIDE: Du feierst dein 10-jähriges Jubiläum bei Unter Uns. Erstmal: Herzlichen Glückwunsch! Lass uns mal einen kurzen Blick zurückwerfen: Welche deiner Storylines hat sich bei dir besonders eingeprägt?

Jens Hajek: Danke! Wenn ich so zurückblicke, sind es drei, die mir direkt einfallen. Das eine ist ein großer Kampf mit Schusswaffenwechsel mit meinem Serienbruder Jakob (Alexander Milo). Danach musste meine Rolle ihm die Hälfte seiner Leber spenden – das war sehr bewegend. Dann eine sehr große Geschichte, die wir vor 1-2 Jahren gedreht haben, in der ich ins Wachkoma versetzt wurde. Das hatte so einen Touch von dem Horrorfilm Misery. Und dann zwischendurch immer mal wieder die hochemotionalen Spitzen innerhalb der Beziehungen. Sei es mit meiner damaligen Frau Andrea (Kristin Meyer und Astrid Leberti), die sich dann getrennt hat oder die Hochzeit mit Ute (Isabell Hertel) und dann da auch wieder die Trennung – das macht es einfach sehr, sehr spannend.

Was macht dir denn mehr Spaß? Wenn es richtig schön dramatisch wird, oder wenn Benedikt mal ruhige, glückliche Zeiten gegönnt werden?

Ich finde das Wechselspiel ist das, was es so spannend macht. Natürlich ist das Drama das, weswegen man die Schauspielerei hauptsächlich macht, weil wann kann man denn im normalen Leben auf Menschen schießen, sich prügeln, oder jemanden betrügen ohne, dass es letztendlich Konsequenzen hat? Das ist ja immer das Schöne an unserem Beruf! Wir leben mit Netz: Was wir machen, hat nie Konsequenzen. Aber nur, weil es eben zwischendurch auch mal entspannte Phasen gibt, ist das auch immer wieder ein Highlight. Weil permanente Action und permanentes Drama wären zu viel.

Eine Liebe mit Höhen und Tiefen: Die emotionalen Spitzen zwischen Benedikt und Ute (Isabell Hertel) spielt Jens besonders gern.
Eine Liebe mit Höhen und Tiefen: Die emotionalen Spitzen zwischen Benedikt und Ute (Isabell Hertel) spielt Jens besonders gern. Copyright: RTL / Bernd Jaworek

So viel „Benedikt Huber“ steckt wirklich in Jens Hajek

Deine Rolle Benedikt Huber ist nicht unbedingt dafür bekannt, die einfachste Person in der Schillerallee zu sein – wenn du mit ihm einen Tag verbringen müsstest, was würdet ihr unternehmen?

Was würde ich mit Benedikt übernehmen? Das ist eine gute Frage. Ich glaube, ich würde es aufteilen. Den Vormittag bestimme ich und den Nachmittag bestimmt dann Benedikt. Dann würden wir wahrscheinlich am Vormittag erstmal ein bisschen Sport zusammen machen, weil ich finde, das kommt häufig zu kurz bei Benedikt. Am Nachmittag würden wir dann sehr wahrscheinlich entweder auf eine Baustelle gehen oder zum Schießstand. Abends, und das vereint uns dann wieder, würden wir gut essen gehen und im Anschluss Bruce Springsteen hören.

Du sprichst gerade an, was euch vereint: Wie viel Benedikt Huber schlummert denn nach 10 Jahren in dir?

Es schlummert, denke ich, ein bisschen was von den Werten, die er manchmal hat, in mir. Im Sinne von: Man muss konsequent sein, man muss loyal sein. Und es gibt gewisse Sachen, die er einfach voraussetzt, wie etwa Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit. Das sind auf jeden Fall auch Dinge, die bei mir so drin sind. Diese ganzen sozialen Komponenten… da hat Benedikt, zu mindestens früher, größere Defizite gehabt als jetzt. Ich glaube, er hat sich da schon ein bisschen weiterentwickelt, wahrscheinlich auch durch Ute. Ich denke, dass er da ein bisschen sozialer geworden ist und nicht mehr ganz so unbeholfen.

2024 feierte "Unter uns" 30-jähriges Jubiläum. Auf dem roten Teppich posierte Jens mit seinen Serienkolleg*innen Isabell Hertel, Miriam Lahnstein und Timothy Boldt.
2024 feierte „Unter uns“ 30-jähriges Jubiläum. Auf dem roten Teppich posierte Jens mit seinen Serienkolleg*innen Isabell Hertel, Miriam Lahnstein und Timothy Boldt. Copyright: IMAGO/K. Schulz/Future Image

Abschied von Unter uns?

Wenn du irgendwann mal die Daily verlassen solltest – welchen Abgang hättest du für Benedikt gern?

Ich würde sagen, Benedikt geht als Manager von Bruce Springsteen auf Welttournee. (lacht)

Was hast du in 10 Jahren Unter uns gelernt, was du einem neuen Schauspieler am Set mitgeben würdest?

Das ist so viel! Ich habe vorher jahrelang fast ausschließlich Theater gespielt und dass man in einer Daily fast ununterbrochen vor einer Kamera steht, war eine große Umstellung. Ich hatte Glück, dass Kristin (Meyer) vorher schon fünf Jahre bei GZSZ gedreht hatte und mich dann unter ihre Fittiche genommen hat. Das war großartig für mich. Neuen Leuten würde ich immer raten: Traut euch von Anfang an, Fragen zu stellen! Das können ganz banale Fragen sein, wie den Kameramann zu fragen, wie groß man im Bild zu sehen ist, damit man weiß, ob man sich zum Beispiel auf seine Hände konzentrieren sollte, oder ob die sowieso nicht zu sehen sind. Also rein technische Fragen zu stellen, hilft wirklich enorm. Das hat bei mir länger gedauert, bis ich das gemacht habe. Ich weiß noch, dann hieß es „Ich lass dich Preframe reinlaufen und dann nachher kannst du einfach exen und später machen wir dann noch Schnippschnapp“ und ich dachte mir nur „Was machen wir?“, aber ich hab mich nicht getraut, nachzufragen, weil ich Angst hatte, dass die dann denken, dass ich gar nichts weiß. Aber das ist Quatsch. Einfach fragen! Fragen stellen, einfach machen und Dinge ausprobieren – das wäre mein Rat.

Wenn wir uns in 10 Jahren nochmal sprechen, zu deinem 20. Jubiläum – was hoffst du, was in dieser Zeit passiert ist?

Ich hoffe, dass es dann doch endlich zu dem Gastauftritt von Bruce Springsteen gekommen ist in der Serie. Das steht ganz oben auf der Liste. Ich hoffe, dass der Huber immer noch lebt und dass generell die Serie noch lebt, weil in Streamingzeiten haben es Dailys natürlich nicht leicht. Und ich hoffe, dass wir dann in einer Zeit telefonieren, in der nicht um die Ecke Krieg herrscht. Das sind große Worte, aber ich finde, es sind schon üble Zeiten, in denen wir gerade leben und ich wünsche mir, dass sich das bis dahin wieder ändert.

Unter uns läuft montags bis freitags um 17:30 Uhr auf RTL.


Written By
Selina Happe